The Poet Empress: Eine Ballade von Liebe und Tod
von Shen Tao
Übersetzung: Sybille Uplegger und Alicia Rein
Verlag und Coverrechte: Ullstein Jugendbuch
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahre
ISBN: 978-3690860062
Seitenzahl: 496
Dieser Roman erzählt die Geschichte von Yin Wei, einem Mädchen das einer bettelarmen Familie im alten China um das Jahr 607 entstammt.
Und der erste Satz im Buch sorgt direkt für größtmögliche Aufmerksamkeit und einen Schockmoment:
„Meine Schwester Yunque war das fünfte Kind, das wir begraben mussten.“
Viele Kinder und Schwache sterben in diesen Zeiten, denn die Kaiser-Familie der Azaleen-Dynastie sorgt nur für sich selbst und die mächtigen Familien im Reich.
Als jedoch Prinz Isan in ihr Dorf kommt und verkündet, dass aufgrund der geänderten Thronfolge Konkubinen gesucht werden, sieht Wei eine Chance der Armut zu entrinnen und dann für ihre Familie und das Dorf sorgen zu können. Wider alle Erwartungen wird Wei eine von dreißig auserwählten Konkubinen und zieht in den Palast der Azaleen. Doch das, was dort auf sie zukommt, gleicht einem grausamen Albtraum...
Wenn man das Buch aufschlägt, bekommt man Hinweise zum Inhalt. Diese beinhalten Darstellungen von körperlicher und sexueller Gewalt, darunter auch Missbrauch von Minderjährigen, Folter sowie erheblichen Alkoholkonsum und Gewalt durch intime Partner.
Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, weil es ihr gelungen ist, eine atmosphärisch düstere Stimmung zu erzeugen und gleichzeitig - trotz aller grauenvollen Ereignisse - einen Funken Hoffnung am Leben zu erhalten. Außergewöhnlich fand ich, dass nicht die Hauptprotagonistin Wei einen besonderen Eindruck bei mir hinterlassen hat, sondern der Kronprinz Terren die interessanteste Figur für mich war.
Auch wenn man aufgrund der optischen Aufmachung vom Buch und dem Klischee „armes Mädchen trifft auf den Kronprinzen“ an eine romantische Fantasy denken könnte, nein, das hier ist weder romantisch noch eine Liebesgeschichte.
Es geht in erster Linie um Macht und darum sie zu erlangen oder zu bewahren - egal mit welchen Mitteln.
Wei, die als armes, ungebildetes Bauernmädchen in den kaiserlichen Palast kommt, versucht so schnell wie möglich zu lernen, was nachvollziehbar ist. Doch mit einer Sache habe ich ein bisschen gehadert, denn das ist unter den Umständen und der Zeit unmöglich zu bewerkstelligen.
Für das Ende hätte es mehrere Möglichkeiten gegeben und die Autorin hat sich für eines entschieden, womit vielleicht die meisten Lesenden gut leben können. Ich hätte ein anderes Ende erwartet.
Insgesamt hat mir dieser historische Fantasy-Roman sehr gut gefallen und bekommt in der Bewertung nur kleinere Abzüge.

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